Marco Lufen ist eine der deutschen Freestyle-Hoffnungen im PWA World Cup, obwohl er aus dem tiefsten Binnenland kommt. Dies ist seine Geschichte.

Früh übt sich, was ein Freestyler werden will. Der 1993 in Tönisforst geborene Marco Lufen war schon im Alter von acht Jahren mit einem 1,3 Quadratmeter kleinen, aber ganz besonderen Segel auf dem Wasser unterwegs.

„Ich wollte zu der Zeit unbedingt anfangen zu surfen und es war für mich das Größte, dass das Segel von Robby Naish signiert war. Robby war auf der Boot und da bin ich mit meinen Eltern zu ihm hin, mit dem neu gekauften Segel und er hat es signiert“

Mit etwa 16 Jahren machte er dann einen großen Sprung und reiste mit seinen Eltern zu den ersten Europäischen Juniorenmeisterschaften, um sich mit den anderen Windsurfern zu messen. Das Experiment verlief gut, aber die Schule und das anstehende Abitur ließen ihm nicht viel Zeit zum Reisen und Trainieren.

So beschränkte sich das Surfen in dieser Zeit weiterhin auf die Wochenenden in Holland und die Familienurlaube in Griechenland. Nachdem Marco 2013 sein Abitur in der Tasche hatte, ging seine erste Reise zum PWA World Cup nach Fuerteventura. Dort wollte er zum ersten Mal World Cup Luft schnuppern und sehen, wo er im Vergleich zur Weltspitze steht.

„Eine 'Initialzündung' bezüglich des Worldcups, gab es eigentlich nicht. Es ist einfach nur der Hammer, sich mit den besten der Welt zu messen und sein Level ständig zu verbessern“

Auf Fuerteventura erreichte er bei seinem Debut Platz 32 und mit diesem guten Ergebnis war sein Ehrgeitz geweckt.

Er beschloss ein Jahr lang hart zu trainieren, um besser zu werden und weiter aufschließen zu können

Unter Freestyle-Laborbedingungen trainierte er auf Bonaire mit Kiri Thode und Steven van Broeckhoven.

2014 reichte es für einen 22. Platz in der Gesamtwertung der PWA.

Mittlerweile hat Marco ein Studium mit Schwerpunkt International Business Administration im niederländischen Tilburg begonnen. Bei diesem Studium sind die Studienpläne speziell auf die Wettkampfbedingungen eines Profisportlers zugeschnitten und so wird ihm das Reisen zu den verschiedenen Tourstopps ermöglicht.

„Für 2015 habe ich geplant, die komplette Tour mitzufahren. Die Top-15 sind mein Ziel."

Seine Stärke sind Manöver, die mit viel Power gesprungen werden, wie beispielsweise ein Shaka oder ein Ponch.

"Wo ich noch dran arbeiten muss, sind regular Duck Moves, wie ein Kabikutchi zum Beispiel"

Im Wettkampf kommt es darauf an, taktisch zu fahren und genau die richtigen Moves auf den Punkt zu setzen. Hier setzt momentan sein Training an.

"Ich trainiere gerade verstärkt Moves, die meine „Diversity in der Punktwertung aufbessern. Man sollte Moves aus verschiedenen Kategorien haben, um mehr Punkte zu bekommen. Außerdem übe ich, Manöver grundsätzlich auf beiden Seiten gleich gut zu springen."

Die Konstanz im Wettkampf ist ein Entscheidender Faktor.

"Die Unterschiede zwischen den Fahrern sind nicht mehr so ganz groß. Auch Fahrer außerhalb der Top-10 können auch die guten Moves der Topjungs, aber halt nicht so konstant"

Im Moment trainiert Marco in Australien.

"Mein Hauptfach liegt ja klar auf Freestyle, aber wenn mal gute Bedingungen in der Welle herrschen, dann sage ich auch nicht nein."

Bis zum ersten PWA Event, der Ende April in Österreich stattfindet, ist noch Zeit für ausgiebiges Training.